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Männliche A-Jugend scheidet aus Oberligaqualifikation aus

Männliche A-Jugend scheidet aus Oberligaqualifikation aus

Die männliche A-Jugend war am letzten Sonntag, den 13.05.18, an der Reihe, sich für die RPS-Oberliga zu qualifizieren. Wie die Qualifikation ausgespielt wurde, entschied sich erst nach der Bundesligaqualifikation, an der die TSG Friesenheim und die HSG Dudenhofen/Schifferstadt teilnahmen. Da beide Mannschaften leider nicht über die erste Runde hinauskamen, sah der Modus vor, dass die pfälzischen Mannschaften in zwei 4er-Gruppen gegeneinander antreten würden. In Gruppe 1 waren die TSG Friesenheim, die HSG Dudenhofen/Schifferstadt, die mJ Dansenberg/Thaleischweiler und unsere Jungs vom TVH. In Gruppe 2 fanden sich die Mannschaften der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam, der TG Waldsee, der HSG Eckbachtal, sowie der mABCD Kandel/Herxheim wieder. Jede Mannschaft hatte an einem Spieltag also jeweils drei Spiele à 2 mal 20 Minuten zu absolvieren.

Im Vorfeld war bereits viel über die Gruppeneinteilung diskutiert worden, aber hierzu später mehr. Am Samstag, dem 12.05.18, spielte die Gruppe 2 um die Teilnahme zur Oberliga. Hier setzte sich die TG Waldsee knapp gegen die SG OBKZ durch. Da sie im ersten Spiel des Tages aufeinandertrafen und sich mit 15:15 trennten, musste am Ende des Tages ein Siebenmeterwerfen stattfinden, da beide jeweils gegen die Eckbachtal und Kandel/Herxheim gewannen und die Regularien bei Punktgleichheit und einem Unentschieden beim direkten Vergleich eben jenes Siebenmeterwerfen vorsahen. Dieses hätte spannender kaum sein können. Beide Mannschaften verwandelten ihre ersten vier Siebenmeter meist souverän. Waldsee legte vor und Niklas Eckrich traf zum 5:4 für die TGW. Was nun folgte, war höchst ungewöhnlich, denn Eckrich lief zur Trainerbank, striff sich ein orangenes Leibchen über, löste seinen Torwart ab und stellte sich selbst ins Tor. Den letzten Siebenmeter konnte der Feldspieler parieren und löste damit die direkte Qualifikation für sein Team. Gratulation an dieser Stelle an die TG Waldsee. Die SG OBKZ und die mABCD Kandel/Herxheim (16:12-Sieg gegen die HSG Eckbachtal) müssen als Gruppenzweiter/-dritter in die nächste Runde. Die HSG Eckbachtal schied als Gruppenvierter aus und muss in die Qualifikation zur Pfalzliga.

Am darauffolgenden Tag war dann schließlich Gruppe 1 mit Hochdorfer Beteiligung an der Reihe. Im ersten Spiel des Tages trafen die beiden Mannschaften aus der Bundesligaqualifikation aufeinander. Die erste Halbzeit verlief sehr ausgeglichen. Gerade den Friesenheimer Spielern war anzumerken, dass diese so gut wie nie mit dem harzfreien Ball spielen. In der Halbzeitpause stand ein 9:9 auf der Anzeigetafel. Was anschließend folgte, war so nicht zu erwarten gewesen. Die HSG schafft es in der zweiten Halbzeit nicht mehr den Friesenheimer Torhüter zu überwinden und hadert mit der eigenen Chancenauswertung. Die TSG trifft noch acht Mal ins gegnerische Tor und gewinnt somit ihr erstes Spiel mit 17:9.

Das zweite Spiel des Tages fand dann mit Beteiligung unserer A-Jugend statt. Zumindest auf dem Papier, denn wirklich präsent waren unsere Jungs in der ersten Halbzeit nicht. Die starke Heimmannschaft der Jugendspielgemeinschaft aus der Westpfalz konnte sich schnell absetzen, während bei unseren Jungs eine riesige Nervosität zu spüren war. Über die Zwischenstände von 3:0, 6:1 und 9:3 steuerten sie einer beruhigenden 13:4-Halbzeitführung entgegen. Wir schafften es zu keinem Zeitpunkt in Hälfte eins genügend Durchschlagskraft im Angriff zu entwickeln. Leider fehlte auch in der Abwehr die nötige Zweikampfstärke, sodass der 9-Tore Rückstand zu diesem Zeitpunkt verdient war. Aufgegeben hatten sich die Jungs der Trainer Tim Götz und Niklas Schwenzer allerdings noch nicht. Götz stellte die Abwehr um und startete in die zweite Halbzeit mit einer offensiveren 4:2-Abwehrformation. In der Folge taten sich die Westpfälzer etwas schwieriger als zuvor, um zum Torerfolg zu kommen. Sicherlich hätten wir noch weniger Gegentore kassieren können (7 in Halbzeit zwei), wenn die Gastgeber nicht eine sehr gute Quote aus schlechtem Winkel über die Außenpositionen hätten vorweisen können. Im Angriff lief es auch etwas besser und das Ergebnis blieb vorerst beim alten Abstand, 18:9 stand es in der 33. Minute. Dann bekamen gleich zwei unserer Spieler eine Zeitstrafe. Kurioserweise konnte die folgende Unterzahl 2:1 gewonnen werden. Gegen Ende des Spiels gaben die Dansenberger Trainer allen ihren Spielern Einsatzzeiten. Wir konnten diesen Umstand durch eine verbesserte Leistung in der zweiten Hälfte ausnutzen und das Ergebnis mit 16:20 aus unserer Sicht noch wesentlich erträglicher gestalten und mit einem positiven Gefühl das Spiel beenden.

Im dritten Spiel trafen die HSG Dudenhofen/Schifferstadt und die mJ Dansenberg/Thaleischweiler aufeinander. Auch diese erste Hälfte verlief sehr ausgeglichen. Beide Teams hatten mit der gegnerischen Verteidigung ihre Probleme und konnten jeweils 5 Tore erzielen. Nach der Halbzeitpause änderte sich das schließlich. Die Dansenberger legten einen Blitzstart in die zweiten 20 Minuten hin und überrannten die Panther förmlich. Mit einem 7:0-Lauf bis Minute 27. sorgten sie für klare Verhältnisse und konnten das Spiel am Ende mit 11:21 für sich entscheiden.

Turnierspiel Nummer vier bestritten wir gegen den Turnierfavoriten, die TSG Friesenheim. Die Mannschaft zeigte im Vergleich zum ersten Spiel gegen Dansenberg/Thaleischweiler eine deutlich verbesserte Leistung. Vielleicht hatten uns die Jungs aus dem Ludwigshafener Stadtteil aufgrund des ersten Spiels ein wenig unterschätzt, denn in der 7. Minute stand es 3:0 für uns. Dies war nicht nur ein kurzes Strohfeuer, denn über 7:4 und 10:5 konnte der Vorsprung bis zum Ende der ersten Hälfte auf 12:7 erhöht werden. Gerade die Spieler Marco Kimpel, Jan Werthmann, Simon Leigner, Marlon Kerth und Yves Eichinger konnten sich hier immer wieder auszeichnen. Das clevere Block-Torwartzusammenspiel war der Hauptgrund dafür, dass man Friesenheim bei sieben erzielten Toren halten konnte. Mit einem 5-Tore Vorsprung wurden die Seiten gewechselt und es durfte wieder gehofft werden. Eine 2-Minuten Zeitstrafe gegen Friesenheim direkt zu Beginn von Halbzeit zwei, konnten wir leider nicht nutzen um uns weiter abzusetzen. Glücklicherweise verteidigten wir unser Tor weiterhin gut, so dass der alte Vorsprung beim 13:8 in der 25. Minute immer noch Bestand hatte. Nun startete die TSG Friesenheim ihre Aufholjagd. Neu-Jugendkoordinator und A-Jugend Trainer der Friesenheimer ordnete eine Manndeckung gegen unseren bis dato stärksten Schützen Marco Kimpel an. Angeführt von Luka Wilbrandt, welcher bis dahin in diesem Spiel geschont und während des Spiels sogar von der Tribüne aufs Feld beordert wurde, schafften es die Jungeulen bis zur 32. Spielminute zum 13:13 auszugleichen. Hier hatten wir mit der zweifelsfrei hohen individuellen Stärke unseres Gegners große Probleme. Bis zum 16:16 in der 37. Minute legten wir immer ein Tor vor, die TSG schaffte es auszugleichen. Luka Wilbrandt war es schließlich mit seinem fünften Tor in zehn Minuten vorbehalten, seine Farben beim 16:17 erstmals in diesem Spiel in Front zu werfen. Unser folgender Angriff verpufft und Friesenheim schafft es 53 Sekunden vor Schluss mit 16:18 in Führung zu gehen. Marco Kimpel setzt danach alles auf eine Karte und schafft es zum 17:18 zu verkürzen. Durch die folgende offene Manndeckung gelingt uns kurz vor Schluss sogar noch ein Ballgewinn. In der herrschenden Hektik geht der Ball leider wieder verloren und Friesenheim netzt zum Endstand von 17:19 aus unserer Sicht ein. Bitterer Spielverlauf für uns, aber unsere Jungs zeigten eine starke Leistung gegen einen guten Gegner. Knackpunkt war sicherlich die Manndeckung gegen Marco, da wir in der Folge immer hektischer wurden, schlechte Abschlüsse wählten und den Gegner so oftmals schnell in Ballbesitz brachten.

Im fünften Spiel mussten wir nach dem kräftezehrenden Spiel zuvor erneut antreten. Gegner war die HSG Dudenhofen/Schifferstadt und für beide Mannschaften ging es um alles. Der Gewinner würde die Chance in der nächsten Qualifikationsrunde bekommen, der Verlierer müsste den schmerzhaften Gang in die Pfalzligaqualifikation antreten. Topmotiviert starten die Jungbiber in die Partie und können sich gegen die offensive Deckung der Panther leichte Vorteile erspielen. Nach dem 4:4 können wir uns bis zur 10. Minute auf 4:7 absetzen. Keine vier Minuten später kann der Gegner ausgleichen (7:7; 8:8) und beim 9:9 in der 17. Spielminute sollte der letzte Gleichstand des Spiels auf der Anzeigetafel stehen. Dudenhofen/Schifferstadt kam in dieser Phase durch einige Fehler von uns zu schnellen Gegenstoßtoren, während es uns leider nicht gelang, gegnerische Fehler konsequent zu bestrafen. Bis zur ersehnten Halbzeitpause kann sich die HSG auf 11:9 absetzen. In der Pause dann die schlechte Nachricht: Die Strapazen der vorangegangenen 100 Minuten Spielzeit machen sich gerade bei den Leistungsträgern Kimpel, Werthmann und Leigner bemerkbar. Entkräftet und mit Schmerzen können diese drei in der zweiten Halbzeit gar nicht bis lediglich sporadisch eingesetzt werden. Die Anhänger des TVH mussten anschließend beobachten, wie Dudenhofen/Schifferstadt vollends die Kontrolle über das Spiel an sich riss. Gnadenlos bestrafte unser Gegner unsere Fehler in Angriff und Abwehr und konnte sich, ihrer Verletzungssorgen zum Trotz, am Ende verdient mit 24:14 Toren durchsetzen.

Das sechste und letzte Spiel war ein echtes Finale zwischen der TSG Friesenheim und der mJ Dansenberg/Thaleischweiler. Der Gewinner würde sich weitere Qualifikationsspiele sparen, während der Verlierer mindestens eine weitere Quali-Runde über sich ergehen lassen muss. Beide Mannschaften gingen entsprechend motiviert zu Werke und zeigten das hochklassigste Spiel an diesem Qualifikationstag. Nie konnte sich eine Mannschaft mit mehr als zwei Toren von seinem Kontrahenten absetzen. Beim 10:10 zur Halbzeit war immer noch alles offen und es war schwierig zu prognostizieren, welche Mannschaft das Spiel für sich entscheiden sollte. Spannend ging es weiter bis in die Schlussminute. Klar war, dass bei einem Unentschieden, wie schon am Vortag in Waldsee, ein Siebenmeterschießen hätte über Sieg und Niederlage entscheiden müssen.  Beim Stand von 17:17 ca. eine Minute vor Schluss bekommen die Westpfälzer einen Siebenmeter zugesprochen. Dieser findet jedoch nicht den Weg ins Tor und Friesenheim hat nun selbst die Chance den Siegtreffer zu markieren. Kurz nach dem Ballgewinn Friesenheims meldet sich das Spielgericht bei den Schiedsrichtern. Moniert wurde, der Trainer der Jungeulen habe zum wiederholten Male seine Coaching-Zone verlassen. Daraufhin belegen die Schiedsrichter Markus Baumann mit einer 2-Minuten-Strafe und es brechen heftige Diskussionen aus. In der Folge nehmen die Schiedsrichter die Strafe zurück und sprechen stattdessen eine gelbe Karte gegen die Bank Friesenheims aus und entscheiden zusätzlich auf Ballbesitzwechsel. Dansenberg nutzt diesen Umstand gnadenlos aus und trifft 19 Sekunden vor Schluss zum 17:18. Der TSG reicht die verbleibende Zeit nicht mehr, um das Spiel noch einmal auf Unentschieden zu stellen. Mit diesem Ergebnis zieht die mJ Dansenberg/Thaleischweiler in die RPS-Oberliga ein. Ob dieses Ergebnis bestehen bleibt, werden die nächsten Tage zeigen, da die TSG Friesenheim anschließend direkt Einspruch gegen die Spielwertung einlegte. Sollte diesem Einspruch stattgegeben werden, müsste vermutlich sogar im Laufe dieser Woche noch ein Entscheidungsspiel zwischen den beiden betroffenen Mannschaften ausgetragen werden, da bereits am Samstag, den 19.05., die nächste Qualifikationsrunde ansteht.

Abschlusstabelle:

  1. mJ Dansenberg/Thaleischweiler;   59:44 Tore; +15;   6:0 Punkte
  2. TSG Friesenheim;                          53:44 Tore;   +9;   4:2 Punkte
  3. HSG Dudenhofen/Schifferstadt;     44:52 Tore;    -8;   2:4 Punkte
  4. TV Hochdorf;                                47:63 Tore;  -16;   0:6 Punkte

Fazit:

Unsere männliche A-Jugend verpasst es, sich in einer starken Gruppe für die Oberliga zu qualifizieren und schafft es leider auch nicht, in die nächste Qualifikationsrunde einzuziehen. Dass die anderen drei Mannschaften an diesem Wochenende einfach besser waren, ist ohne Zweifel zu akzeptieren. Am Ende bleibt jedoch, nicht zuletzt aufgrund der Gruppeneinteilung, ein fader Beigeschmack. Der Pfälzer Handballverband teilt seine Gruppen zur Qualifikation seit Jahren mithilfe einer Setzliste ein. Dabei werden ausschließlich die Abschlussplatzierungen der betroffenen Jahrgänge (hier 2000/2001) von vor zwei Jahren (Saison 2016/17) berücksichtigt. Diese Setzliste sah folgendermaßen aus:

  1. TSG Friesenheim (2. Platz Oberliga RPS)
  2. SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam/Kuhardt (5. Platz Oberliga RPS)
  3. HSG Dudenhofen/Schifferstadt (7. Platz Oberliga RPS)
  4. TG Waldsee (1. Platz Pfalzliga)
  5. mJ Dansenberg/Thaleischweiler (2. Platz Pfalzliga)
  6. HSG Eckbachtal (3. Platz Pfalzliga)
  7. TV Hochdorf (5. Platz Pfalzliga)
  8. mABCD Kandel/Herxheim (7. Platz Pfalzliga)

Dass eine solche Setzliste als Grundlage für eine Einteilung benutzt wird, ist in seiner Grundidee erst einmal keine schlechte Variante. Sie bietet ein hohes Maß an Transparenz und Nachvollziehbarkeit für alle Beteiligten. Außerdem lässt sich damit auch eine sportlich faire Gruppeneinteilung realisieren, wenn man denn die Meinung vertritt, dass die Ergebnisse von vor zwei Jahren zuverlässige Indikatoren sein mögen, um den derzeitigen Leistungsstand einer Mannschaft einzuschätzen. Die Problematik in diesem Fall liegt eher an der Vorangehensweise, wie die Setzliste genutzt wird. In Gruppe 1 befanden sich die Platzierungen 1., 3., 5. und 7., während in Gruppe 2 die Platzierungen 2., 4., 6. und der 8. wiederfanden. Durch diese Einteilung wird in Gruppe 1 eine nicht zu unterschätzende und höhere Durchschnittsplatzierung, als in Gruppe 2 erzielt. Das soll keineswegs bedeuten, dass wir in Gruppe 2 eine bessere Platzierung erreicht hätten. Das ist im Nachhinein weder feststellbar, noch wichtig. Wir wünschen den beiden qualifizierten Mannschaften aus Waldsee und Dansenberg (falls der Friesenheimer Einspruch abgelehnt wird) eine erfolgreiche Runde in der Oberliga. Für uns steht nun bald die Qualifikationsrunde zur Pfalzliga an.

Es spielten für den TV Hochdorf (Tore in Klammern): Tobias Repp (im Tor); Marco Kimpel (18/6); Jan-Philipp Werthmann (9); Yves Eichinger (6); Marlon Kerth (5); Simon Leigner (4/1); Dennis Miklosch (3); Sam Warmbier (2); Fabian Nicklas; Sebastian Schlosser und Esra Eschbach