Spielberichte
TG Waldsee - TV Hochdorf II 37:31 (16:12)
Verbandsliga: TG Waldsee - TV Hochdorf II 37:31 (16:12). In einem sehr guten Spiel sahen 200 Zuschauer klasse Spielzüge und gelungene Aktionen. Jannis Magin konterte zum 3:0 (3.). Tobias Keller traf zum 7:3 (14.). Waldsee suchte den freien Mann und schloss aus allen Lagen ab. Trotzdem blieb Hochdorf dran.
Beim 6:7 (18.) war die Reserve des Drittligisten wieder in der Partie. Tilmann Schön erzielte das 10:8 (22.) und mit einem Doppelschlag das 16:12. Über 28:24 (48.) und 29:27 (52.) ging's weiter. Benny Regenauers Schnellangriff zum 31:27 gab Sicherheit. Jens Dröffkes Konter (36:30/58.) bedeutete die Entscheidung. Waldsees Torhüter Fabian Schlosser und Steffen Claus wehrten 13 Bälle ab.
Die Schiedsrichter Weiler/Baumann sprachen 4/3 Hinausstellungen aus. Waldsees Timo Weis sah nach der dritten Rot (49.).
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Speyerer Rundschau
Ausgabe: Nr.223
Datum: Montag, den 24. September 2012
Der Torwart-Opa
sportler im blick: Franz Lenz spielt mit 50 Jahren beim TV Hochdorf Handball - Einer der ältesten aktiven Torhüter in Deutschland
Von Jochen Willner
HOCHDORF-ASSENHEIM. Noch lange denkt er nicht ans Aufhören. Seit vier Jahrzehnten steht Franz Lenz beim pfälzischen Traditionsclub TV Hochdorf zwischen den Pfosten und entwickelte sich zu einer festen Größe. Ob in der Oberliga oder in der Regionalliga, auf ihn war Verlass. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In der zweiten Mannschaft des TVH, die in der Verbandsliga spielt, ist er die Nummer eins.
Der zweifache Familienvater Lenz feiert heute seinen 50. Geburtstag und dürfte damit einer der ältesten Torleute in der Republik sein. Und er hat auch noch Träume. Er will mit dem TVH in die Pfalzliga aufsteigen. Deshalb denkt er nicht daran, die Schuhe an den Nagel zu hängen. „Solange ich mit dem Fuß noch an die Latte komme, der Sport mir Spaß und die Gesundheit mit macht, denke ich nicht daran”, sagt Lenz augenzwinkernd. Trotz seines Alters fühlt er sich noch fit. Dazu genießt er auch die Kameradschaft im Verein. Bis auf Stefan Weisenburger haben seine einstigen Weggefährten aus der erfolgreichen A-Jugend und der ersten Mannschaft ihre Karriere beendet. „Es macht Spaß noch gegen die nachfolgenden Generationen zu spielen.”
Der TV Hochdorf ohne Franz Lenz? Eigentlich unvorstellbar. Der Diplom-Agraringenieur ist der Dreh- und Angelpunkt der zweiten Mannschaft. Sein Wort zählt. Seine Handball-Karriere begann im Alter von zehn Jahren. Allerdings als Feldspieler. Zwischen den Pfosten stand er erst ab der B-Jugend. Zunächst als Notlösung für einen erkrankten Mitspieler. Daraus wurde eine Dauerlösung. Seit diesem Tag steht Franz Lenz ununterbrochen im Tor des TV Hochdorf. In der Jugend spielte er sogar vier Jahre in der A-Jugend, holte viermal in Folge die Pfalzmeisterschaft und sogar die südwestdeutsche Meisterschaft. Erst im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft gegen GWD Minden kam das Aus. Es folgten Berufungen in die Pfalz- und Südwestauswahl. Ein vorläufiger Höhepunkt in seiner Karriere? Franz Lenz schaffte auch den Sprung in die erste Mannschaft, die in der Oberliga spielte. Er steigerte sich zum großen Rückhalt der Mannschaft, die mit Ralf Heiberger, Michael Ferchland und Joachim Thiel gleich vier Torleute in ihren Reihen hatte. Unter den Fittichen des vor wenigen Monaten verstorbenen Torwart-Trainers Heinz Siefert reifte er zu einer festen Größe beim TV Hochdorf. Sieben Jahre ging er in die Schule von Heinz Siefert, der ihn auch mit gezieltem Reflex-Training schulte. Mit Erfolg: Lenz war großer Rückhalt in der ersten Mannschaft, mit der er in der Saison 1987/88 unter Trainer Jochen Werner den Aufstieg in die Regionalliga schaffte. Unvergesslich war die Partie beim damaligen Ligakonkurrenten TSV Speyer, wo die Grün-Weißen dank zahlreicher Paraden von Lenz mit 20:18 siegten. Auch das Fernsehen war damals mit von der Partie. Das Erste Private Fernsehen (EPF) berichtete von der Begegnung. Die Szenen hat der zweifache Familienvater heute noch auf Video parat. „Wir hatten keine sehr guten Einzelspieler, aber wir waren eine Einheit. Das Kollektiv war entscheidend”, erzählt Lenz, der großen Wert auf Kameradschaft legt. „Wer miteinander kämpft, kann auch gemeinsam feiern”, meint der 50-Jährige. Eine Eigenschaft, die ihn sein Beruf als selbstständiger Gemüseerzeuger gegeben hat: „Wer viel arbeitet, der darf auch feiern”, betont Lenz.
Einfach hatte er es nicht. Nach dem Abitur am Kurpfalz-Gymnasium in Mannheim ging er zum Studium der Agrarwissenschaften an die Technische Universität München-Weihenstephan. Trotz der Entfernung in die bayerische Landeshauptstadt stand er am Wochenende im Trikot des TVH auf dem Spielfeld. „Das war nicht immer einfach”, erinnert sich Lenz. Auch deswegen nicht, weil er auch im elterlichen Betrieb, den er direkt nach dem Studium übernahm, eingebunden war.
Franz Lenz lebte und liebte Handball beim TV Hochdorf. Noch heute ist er vor den Spielen aufgeregt. „Wenn das nicht so wäre, stimmt etwas nicht”, sagt er. Der TV Hochdorf ist ihm ans Herz gewachsen, sagt Lenz. Montags und Mittwochs trainiert er mit der zweiten Mannschaft. Dann trifft er sich mit den ehemaligen Handballern am Freitagabend zum Fußballspielen. Am Wochenende steht Lenz dann in der Verbandsliga zwischen dem Pfosten. „Mehr geht nicht”, sagt der Ski- und Motorradfahrer.
Rheinpfalz, 12.01.2012





