Fehlende Konstanz bereitet Kopfzerbrechen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

handball: Drittligist TV Hochdorf verfehlt sein Hinrundenziel - Leistung schwankt - Nicht mehr die Hausmacht wie vorige Runde


Von Jochen Willner


HOCHDORF-ASSENHEIM. Richtig freuen konnte sich Trainer Michael Pfeil nach dem 35:30-Erfolg des Handball-Drittligisten TV Hochdorf beim Hinrunden-Abschluss gegen Neuhausen/Filder nicht. Denn: Die Mannschaft durchlebte in den vergangenen 15 Spielen oft Höhen und Tiefen. „Uns fehlte die Konstanz”, bemängelt Pfeil. Mit 16:14-Punkten ist Hochdorf derzeit Neunter. Positiv ist nur die gute Heimbilanz.


„Unser Ziel waren nach der Hinrunde 18 Punkte. Das haben wir nicht erreicht”, betont Pfeil. Acht Siege und sieben Niederlagen stehen zu Buche. Auffallend in dieser Saison ist die akute Auswärtsschwäche. Nur zwei Spiele gewann die Mannschaft in der Fremde.


Das war in der letzten Saison noch umgekehrt. Die Ursachen für das Auf und Ab der Mannschaft waren vielschichtig. Immer wieder musste der 42 Jahre alte Familienvater, der kürzlich sein Engagement in Hochdorf um zwei weitere Jahre zugesagt hatte, personelle Ausfälle verkraften. Nach dem Abgang von Benny Hundt (USA-Aufenthalt) wurde Neuzugang Mathias Polifka vermisst. Der Ex-Heilbronner musste schon in der Vorbereitung aufgrund von Verletzungen kürzer treten und kam erst in den letzten Spielen richtig in Schwung. Die Talente Kai Diehl, Nicolas Kolb und Florian Heimann schafften es auch nicht auf Anhieb, sich dem hohen Niveau in der dritten Liga anzupassen.


Nicolas Kolb und Florian Heimann kamen verletzungsbedingt bisher auch kaum zum Zuge. Einzig Kai Diehl konnte hinter Steffen Dietz auf der Rechtsaußen-Position reifen. „Wichtig ist, dass die jungen Spieler auch körperlich zusätzlich arbeiten”, sagt Pfeil. Dagegen verlief die Integration von Neuzugang Jonas Kupijaj problemlos. Derzeit fehlt Daniel Lanninger (Pfeiffersches Drüsenfieber).


Nicht zu übersehen waren in den vergangenen Wochen die beruflichen Belastungen einiger Leistungsträger. Andreas Mauer fand in dieser Saison noch nicht zur alten Stärke zurück, während Marco Sliwa und Benny Ritter beruflich bedingt nicht regelmäßig trainierten. „Unter diesen Umständen muss man mit dem bisher Erreichten doch noch zufrieden sein”, sagt Pfeil, „dennoch hätte ich mir im ein oder anderen Spiel eine andere Einstellung von der Mannschaft gewünscht.” Insbesondere in den fremden Hallen scheint diese abhanden gekommen zu sein. „Manche Spiele waren für uns selbst ein Rätsel”, sagte Kapitän Marco Sliwa enttäuscht. „Wir wissen, dass wir nicht gut gespielt haben und haben die Situation intern analysiert”, ergänzt der Kreisläufer. Fakt ist, das Niveau in der Liga hat gegenüber den letzten beiden Spielzeiten deutlich zugenommen. „Da wird jeder kleinster Fehler bestraft. Da gibt es keine einfachen Gegner mehr. Nur wer 120 Prozent kämpft, hat am Ende die Nase vorn”, hat Pfeil beobachtet. Besonders ärgerlich nannte er die 25:26-Niederlage gegen Kirchzell. Dass man gegen Leutershausen nur um zwei Tore das Nachsehen hatte, zeigt, dass in Hochdorf in dieser Spielzeit noch Luft nach oben ist. Das ist auch das Ziel der Mannschaft, die in der Rückrunde alle Spitzenclubs (außer Leutershausen) in der eigenen Halle empfängt.

 

 

Anderer Weg

von jochen willner

Der TV Hochdorf verfolgt sein Konzept und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen nach den zuletzt schwankenden Leistungen.


Auch wenn der Handball-Drittligist TV Hochdorf im dritten Jahr in der dritten Liga in der Hinrunde hinter seinen Erwartungen blieb, darf die bisherige Entwicklung durchaus als positiv bewertet werden. Auch deswegen, weil die Vereinsführung ihrem Konzept bisher treu bleibt. Das ist nicht überall so. Die Professionalisierung macht auch in der dritten Liga nicht halt. Einige Vereine setzen schon auf Halbprofis. Eine Entwicklung, die der TV Hochdorf nicht mitgehen will. Dafür fehlen dem pfälzischen Traditionsverein die finanziellen Möglichkeiten. Stattdessen setzt man weiterhin auf die Mischung zwischen jungen, talentierten und älteren, erfahrenen Akteuren aus der Region. Ein Weg, den auch die Zuschauer zuletzt mit ihrem Besuch bei den Spielen honorierten. Deshalb steht schon jetzt der Kader für die nächste Spielzeit bis auf ein oder zwei Positionen fest.

Im Blickfeld bleibt der Nachwuchs. Kontinuität ist nämlich angesagt. Die Verantwortlichen vertrauen der Mannschaft.

 
Rheinpfalz, 23.12.2011